Die meisten Zimmerpflanzen gehen nicht an zu wenig, sondern an zu viel Wasser ein. Wurzeln brauchen Luft. Steht die Erde dauerhaft nass, faulen sie, und die Pflanze welkt, obwohl sie im Wasser steht. Die gute Nachricht: Mit ein paar Regeln bekommst du das sicher in den Griff.
Die Fingerprobe: der einfachste Test
Steck einen Finger etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde. Ist sie dort trocken, darfst du gießen. Fühlt sie sich noch feucht an, wartest du ein paar Tage. Bei großen Töpfen hilft ein Holzstäbchen: Bleibt beim Herausziehen Erde daran kleben, ist es innen noch feucht.
Lieber selten und durchdringend als oft und wenig
- Gieß so lange, bis Wasser unten aus dem Abzugsloch läuft.
- Kipp überschüssiges Wasser im Übertopf nach etwa 15 Minuten weg. Stehendes Wasser ist die häufigste Ursache für Wurzelfäule.
- Nutze zimmerwarmes Wasser. Sehr kaltes Wasser kann empfindliche Wurzeln schocken.
Wie oft? Das hängt von der Pflanze ab
| Pflanzentyp | Beispiele | Gießen |
|---|---|---|
| Sukkulenten & Speicherpflanzen | Zamioculcas (ZZ), Sansevieria | alle 2 bis 4 Wochen, Erde ganz abtrocknen lassen |
| Grünpflanzen | Monstera, Pachira, Aglaonema | wenn die obersten 2 bis 3 cm trocken sind |
| Durstige Pflanzen | Farne, Calathea | gleichmäßig leicht feucht halten, nie nass |
Im Winter weniger gießen
Von etwa Oktober bis Februar wachsen die meisten Zimmerpflanzen kaum. Sie verbrauchen weniger Wasser, während die Heizungsluft trocken ist. Gieß in dieser Zeit seltener, aber besprühe tropische Arten ab und zu oder stell eine Schale mit Wasser in die Nähe.
Woran du Gießfehler erkennst
- Zu viel Wasser: gelbe, weiche Blätter, muffiger Geruch, Trauermücken, die Erde trocknet tagelang nicht ab.
- Zu wenig Wasser: schlappe, eingerollte Blätter, braune trockene Spitzen, die Erde löst sich vom Topfrand.
Eine schlappe Pflanze in nasser Erde braucht kein Wasser, sondern trockene Erde. Lass sie abtrocknen und topfe sie im Zweifel in frisches Substrat um.
Hilfsmittel, die wirklich helfen
Wer oft unterwegs ist oder zum Übergießen neigt, profitiert von selbstbewässernden Töpfen mit Wasserstandsanzeige. Die Pflanze zieht sich das Wasser aus dem Reservoir, und du siehst auf einen Blick, wann nachgefüllt werden muss. Für mehrere Töpfe auf einmal eignen sich Untertassen mit Wasserspeicher.
Kurz gesagt
- Erst fühlen, dann gießen.
- Durchdringend gießen, Überschuss wegkippen.
- Im Winter deutlich weniger.
Du bist unsicher, welche Pflanze zu deinem Gießverhalten passt? Der Pflanzen-Check fragt genau danach und schlägt dir passende Pflanzen vor.